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Zwischenstaatliche Pensionsversicherung



Mit der Intensivierung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen hat die Zahl der Personen zugenommen, die sowohl in Österreich als auch im Ausland Versicherungszeiten erworben haben. Für einen EU-Mitgliedsstaat, EWR-Staat, die Schweiz oder Vertragsstaat, gelten besondere Bestimmungen. Versicherungszeiten aufgrund einer Erwerbstätigkeit in einem Land, mit dem kein Abkommen besteht, werden bei der Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen und der Feststellung des Leistungsausmaßes nicht berücksichtigt.


Weltkarte








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Internationale Abkommen und Partner

Nähere Informationen finden Sie im "EESSI" = Öffentliches Verzeichnis der europäischen Institutionen der Sozialen Sicherheit.

Dieses Verzeichnis enthält öffentliche und private nationale Institutionen in den Sektoren Gesundheitsvorsorge, Renten, Arbeitslosigkeit und Familienleistungen.

EU-Mitgliedstaaten und Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes
BELGIEN (nur das europäische Hoheitsgebiet)
BULGARIEN
DÄNEMARK (ohne die Färöer-Inseln und Grönland)
DEUTSCHLAND
ESTLAND
FINNLAND (einschließlich die Åland-Inseln)
FRANKREICH (einschl. Guadalupe, Martinique, Réunion, franz. Guayana, jedoch ohne Monaco und Andorra)
GRIECHENLAND
IRLAND
ISLAND
ITALIEN (ohne Vatikanstaat und San Marino)
KROATIEN
LETTLAND
LIECHTENSTEIN
LITAUEN
LUXEMBURG
MALTA
NIEDERLANDE (nur das europäische Hoheitsgebiet)
NORWEGEN (ohne Spitzbergen und die Bäreninsel)
POLEN
PORTUGAL (einschließlich die Azoren und Madeira, jedoch ohne die Kapverdischen Inseln)
RUMÄNIEN
SCHWEDEN
SLOWAKEI
SLOWENIEN
SPANIEN (einschließlich Gran Canaria, Fuerteventura, Teneriffa, Lanzarote und La Gomera sowie Mallorca, Menorca,Ibiza und Formentera)
UNGARN
TSCHECHIEN
VEREINIGTES KÖNIGREICH VON GROSSBRITANNIEN UND NORDIRLAND (nur die europäischen Gebiete einschließlich Gibraltar aber ohne die Kanalinseln vor der französischen Küste und die Insel Man)
ZYPERN


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Auswirkung auf Ihre Pension

Die Sozialversicherungsabkommen enthalten Regelungen, wie die Pensionen oder Renten unter Berücksichtigung von ausländischen Versicherungszeiten berechnet werden. Die Verträge garantieren

  • die Anrechnung der im Ausland erworbenen Versicherungszeiten bei der Prüfung der Pensionsvoraussetzungen (zB Mindestversicherungszeit) und
  • die Überweisung von Leistungen in den Vertragsstaat.

Bei der Pensionsberechnung wird unterschieden, ob die Versicherungszeiten in einem EU-Mitgliedstaat, EWR-Staat, der Schweiz oder einem sonstigen Vertragsstaat erworben wurden.


Sowohl in der österreichischen als auch in der ausländischen Sozialversicherung gilt das Antragsprinzip. Es ist nicht notwendig, in jedem Vertragsstaat die Pension gesondert zu beantragen. Bei der Antragstellung im Wohnortstaat ist darauf hinzuweisen, dass man auch ausländische Versicherungszeiten erworben hat. Ihr Versicherungsträger nimmt dann mit dem zuständigen Institut dieses Staates Kontakt auf und leitet das "zwischenstaatliche Pensionsfeststellungsverfahren" ein.


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Pensionsberechnung in EU und EWR

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Pensionsanspruch nur mit Auslandszeiten

Sind die Voraussetzungen für den österreichischen Pensionsanspruch nur unter Berücksichtigung von ausländischen Versicherungszeiten erfüllt, wird die österreichische Pension grundsätzlich so berechnet, als ob sämtliche Versicherungszeiten - also auch die ausländischen Zeiten - in Österreich erworben wurden (fiktive Vollpension).

Die Leistung wird dann im Verhältnis der österreichischen Versicherungszeiten zur Gesamtversicherungszeit gekürzt (Teilpension). Ausländische Beitragsgrundlagen werden bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

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Pensionsanspruch alleine mit inländischen Zeiten

Wenn sämtliche Pensionsvoraussetzungen mit österreichischen Versicherungszeiten erfüllt werden können, wird eine Pension ausschließlich mit inländischen Zeiten berechnet, sofern die "Pensionsberechnung mit Auslandszeiten" nicht zu einem besseren Ergebnis führt.


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Pensionsberechnung bei sonstigen Vertragsstaaten

Unabhängig davon, ob die Voraussetzungen für den österreichischen Pensionsanspruch nur unter Berücksichtigung von ausländischen Versicherungszeiten oder allein auf Grund der innerstaatlichen Versicherungsmonate erfüllt sind, erfolgt die Leistungsberechnung nach den
gesetzlichen Bestimmungen, die bei einer rein innerstaatlichen Pension angewendet werden ("Direktberechnung"). Die Berechnung erfolgt nur mit den österreichischen Versicherungsmonaten.

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Krankenversicherungsbeitrag für ausländische Pensionen/Renten

Mit dem Inkrafttreten der neuen Europäischen Verordnung zur Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit (VO 883/2004) wurde auch vom österreichischen Gesetzgeber mit dem 2. Sozialversicherungs-Änderungsgesetz 2010 die Einbeziehung von Pensions- und Rentenleistungen aus einem EU- oder EWR-Mitgliedstaat, der Schweiz sowie aus bestimmten Abkommensstaaten in die Krankenversicherung beschlossen, sofern der/die betroffene Versicherungsnehmer/in einen Anspruch auf Leistungen gegenüber einem österreichischen Krankenversicherungsträger hat.

Die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau, als Träger der Kranken- und Pensionsversicherung, ist somit verpflichtet auch von ausländischen Leistungen einen Krankenversicherungsbeitrag von 5,1 % einzubehalten.

Dieser Beitrag wird erstmalig von der Pension für Oktober 2011 in Abzug gebracht werden, wodurch sich der Auszahlungsbetrag entsprechend verringert.
Sollte der Krankenversicherungsbeitrag unter Berücksichtigung der ausländischen Leistung gleich oder höher als die österreichische Leistung sein, verbleibt kein Auszahlungsbetrag. Der verbleibende offene Betrag wird von der Krankenversicherung zur Zahlung vorgeschrieben.